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Das Kader auf dem Prüfstand

Veröffentlicht am Donnerstag 06 Juli 2006 12:15:00 von Webmaster (4533 mal gelesen)

    Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, ist es wichtig, seine persönlichen Grenzen wie auch die Leistungsfähigkeit des vorhandenen Materials zu kennen und richtig einschätzen zu können. Dies setzt das Üben unter Extrem-Bedingungen voraus. Am 30. Juni hatten wir mit dem Kader der Feuerwehr Glattfelden-Stadel-Weiach in der Atemschutzanlage auf dem Waffenplatz Wangen a/A die Gelegenheit, in einem für uns völlig neuen Umfeld zu trainieren. In zwei mit Videokameras überwachten Übungsanlagen wurde fehlerhaftes Verhalten, die bei normalen Übungen unentdeckt bleiben, unbestechlich aufgezeichnet. Die erlaubt uns eine genaue Auswertung und vor allem ein gezieltes Üben der Schwachstellen.

In sogenannten “Kaltstollen“, das sind Gebäude ohne Licht und mit vielen Hindernissen, wurde die Zusammenarbeit in einem Atemschutztrupp und das systematische Absuchen von unübersichtlichen Räumen trainiert. Dem systematischen Absuchen und damit einem raschen auffinden von vermissten Personen in einem mit Rauch gefüllten Gebäude, kommt im Einsatz eine zentrale Bedeutung zu. Wie wir alle wissen, können beim Menschen nach 3 Minuten ohne Sauerstoff, bereits verheerende Auswirkungen entstehen.

Als wenn es an diesem Tag nicht schon heiss genug gewesen wäre, mussten sich die Kaderangehörigen auch noch im “Brandhaus“ unter Probe stellen lassen. In einem mit Holzfeuern aufgeheizten zweistöckigen Gebäude, mussten unter extremen Bedingungen unzählige „Puppen- Leben“ gerettet werden. Die hohen Temperaturen und der schwarze, beissende Rauch erzeugten - neben den normalen körperlichen Strapazen - zusätzliche Belastungen. Sehr schnell mussten einige Feuerwehrmänner erfahren, dass unter solchen Voraussetzungen die Leistungsfähigkeit stark abnimmt und die Energie sehr gut eingeteilt werden muss.

Eine weitere, wichtige Erkenntnis ist eigentlich eine alte Tatsache: <<Ein Team ist nur so stark, wie das schwächste Glied>>. Das heisst: Damit wir uns im Einsatz auf jeden einzelnen verlassen können, gibt es nur eines: Üben, üben, …., um somit die eigene Leistungsgrenze zu halten oder noch besser, zu erhöhen. Ich bin überzeugt, dass an diesem Freitagnachmittag jeder die Gelegenheit hatte, seine Grenzen kennen zu lernen. Wenn wir nun alle aus diesen Erfahrungen sowie den Videoauswertungen die richtigen Lehren ziehen, war dieser Weiterbildungskurs ein voller Erfolg.

Um die durch den Tag verlorenen Kalorien wieder zu ersetzen, wartete nach der Rückkehr im Feuerwehrlokal Glattfelden ein reichhaltiges Salatbuffet, Grilladen, feine Desserts und vor allem die Familienangehörigen.

 

Kein Wunder, dass auch solche, die am Nachmittag noch nach Luft rangen, plötzlich wieder sehr “gsprächig“ wurden. Allen die zu diesem gelungenen Tag und gemütlichen Abend beigetragen haben, danke ich recht herzlich.


Werner Balmer, Kdt FW Glattfelden-Stadel-Weiach


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