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Geschichtsträchtiges erhalten

Veröffentlicht am Dienstag 29 September 2009 22:31:28 von roger.suter (1846 mal gelesen)

Die Zivilschützer aus Glattfelden, Stadel und Weiach fühlen sich nicht nur im Unterland wohl: Im WK im Wallis stiegen sie auch auf verschiedene Dächer.

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Die Zivilschützer versehen das geschichtsträchtige «Kaplaneihüs» mit einem neuen Dach…

Schön sind sie anzusehen, die Dächer der typischen Saaser Häuser: bedeckt mit Steinplatten statt Ziegeln, fügen sie sich wunderbar in die Felsen ringsherum. Und die Walliser legen viel Wert auf dieses Erscheinungsbild, erst recht, wenn die Felsen so nahe sind wie auf der Triftalp. Hier, auf gut 2000 Metern über Meer, steht eine ganze Gruppe solcher Häuser. Durch mehrfache Erbteilung gestalten sich deren Besitzverhältnisse jedoch derart schwierig, dass sich niemand mehr wirklich für den Unterhalt zuständig fühlte. Auf Intervention der Gemeinde können jedoch einige davon erhalten werden.

Und hier kommt der Zivilschutz ins Spiel. Eine Gruppe wurde mit der Aufgabe betraut, ein Dach neu zu decken. Unter kundiger Anleitung entstand so in wenigen Tagen der Unterbau für ein neues Steindach, unter dem künftig Wanderer, Ausflügler, ja sogar Pilger auf dem Weg zum Monte-Moro-Pass im Süden nächtigen werden.

Noch mehr geschichtsträchtige Bauten gibt es im Dorf unten. Besonders stolz ist Saas Grund aufs «Kaplanei-Hüs» oder vielmehr auf einen seiner Bewohner, dem mit der Renovierung des teilweise 470 Jahre alten Hauses Ehre erwiesen wird. Denn ohne Johann Josef Imseng hätte der lebenswichtige Fremdenverkehr im Saastal nicht so früh Fuss gefasst: Imseng war 1856 Erstbesteiger des Lagginhorns (4010 m. ü M.) und des Allalinhorns (4027 m. ü. M), beherbergte die ersten Touristen in seinem Haus und initiierte das erste Hotel im Tal, das Monte Rosa, das bis heute einen Steinwurf entfernt besteht. Zudem soll er, als er sich 1849 Holzbretter an die Füsse schnallte und von Saas Fee nach Saas Grund gefahren ist, die erste Skifahrt unternommen haben.

 

24_Kaplaneih__spinsel

…und einem neuen Anstrich.

Die bewegte Geschichte dieses Gebäudes wird nun um ein Kapitel reicher: Die Zivilschützer aus Glattfelden, Stadel und Weiach setzten die Renovationsarbeiten fort, welche die ZSO Flughafen in der Woche sowie zwei Jahre zuvor schon begonnen hatten: Die neuen Teile des Gebäudes stilgerecht gebeizt, das Dach gedeckt und so weit vorbereitet, dass die Steinplatten darauf befestigt werden können. Dabei war auch die Arbeit mit dem Pinsel nicht einfach: Oft über Kopf, zwischen den Dachbalken und bis in die Ritzen musste die Beize verteilt werden, damit das geschichtsträchtige Haus auch nach der Teilerneuerung einen authentischen Eindruck macht.
 


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